Lohnsteuerhilfeverein Limburg-Weilburg e.V.
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Das ändert sich in 2019

Achtung: Mehr Zeit für die Steuererklärung ab der Steuererklärung für den Veranlagungszeitraum 2018


Wer zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet ist und die Einkommensteuererklärung ohne die Hilfe eines Steuerberaters oder Lohnsteuerhilfevereins erstellt, hat dafür zwei Monate länger Zeit als bisher, nämlich bis zum 31. Juli des Folgejahres.

Wenn Sie Ihre Einkommensteuererklärung von einem Lohnsteuerhilfeverein oder Steuerberater erstellen lassen, verschiebt sich die Frist sogar auf den 28. Februar des zweiten auf den Besteuerungszeitraum folgenden Kalenderjahres. Bei Einkommesteuererklärungen für den Veranlagungszeitraum 2018 wäre das also der 28. Februar 2020.

 

Lohnsteuer-Freibeträge gelten länger

 

Steuerpflichtige mussten Freibeträge für den Lohnsteuerabzug bisher jedes Jahr neu beantragen. Das ist jetzt nicht mehr nötig, denn Freibeträge gelten zwei Jahre lang. Wer also einen Freibetrag ab dem 1. Januar 2019 eingetragen hat, kann davon bis Ende 2020 profitieren.

Aber: Ändert sich innerhalb der zwei Jahre etwas, muss der Steuerpflichtige das dem zuständigen Finanzamt sofort mitteilen. Wenn sich etwa die Werbungskosten des Arbeitnehmers verringern, weil sich durch einen Umzug oder durch Arbeitsplatzwechsel der Arbeitsweg verkürzt hat, ist das meldepflichtig.

 

Altersvorsorge wirkt sich stärker steuermindernd aus

 

Ausgaben für die Altersvorsorge senken ab 2019 die Steuerlast noch etwas stärker. Der Fiskus erkennt dann 88 Prozent der Aufwendungen an.

Das bedeutet: Steuerpflichtige Singles können dann bis zu 24.305  Euro steuerlich geltend machen. Bei Ehepaaren werden Aufwendungen von bis zu 48.610 Euro als Sonderausgaben berücksichtigt.

 

Ab 2019 verändert sich auch die Rentenbesteuerung

 

Bis zum Jahr 2040 muss jeder neue Rentnerjahrgang jährlich einen höheren Prozentsatz seiner Rente versteuern.

Wer 2019 erstmals Rente bezieht, hat einen steuerpflichtigen Rentenanteil von 78 Prozent. 22 Prozent der Jahresrente bleiben steuerfrei. Der endgültige Freibetrag wird erstmals aus der Jahresrente 2019 berechnet.

 

Grund- und Kinderfreibetrag steigen

 

Ab dem 1. Januar 2019 müssen Ledige erst Einkommen von mehr als 9.168 Euro versteuern, denn der Grundfreibetrag steigt um 168 Euro. Gemeinsam veranlagte Ehepaare müssen erst Einkommensteuer zahlen, wenn sie mehr als 18.336 Euro verdienen. Wer nur geringe Einkünfte hat, muss keine Steuererklärung abgeben. Die Einkommensgrenze liegt hier bei 11.100 Euro bei Alleinstehenden beziehungsweise 21.200 Euro bei Ehepaaren.

 

Die Bundesregierung hat für das Jahr 2019 auch den Kinderfreibetrag auf 7.620  Euro angehoben. Der steuerfreie Teil des Einkommens steigt damit auf 3.810 Euro pro Kind und Elternteil. Und ab 1. Juli zahlt der Staat monatlich mehr Kindergeld: Für das erste und zweite Kind gibt's dann jeweils € 204; für das dritte € 210 und für das vierte und jedes weitere Kind jeweils € 235.

 

 

Aufbewahrungsfristen

 

Wir werden öfters angesprochen, wie lange welche Unterlagen aufbewahrt wrden sollen. Wir haben deshalb folgende Übersicht zusammen gestellt, die für Arbeitnehmer in der Regel von Bedeutung sind:


Übersicht: Diese Aufbewahrungsfristen gelten
 

Unterlagen

 

 

Abrechnungsunterlagen
6
An-, Ab- und Ummeldungen/Sozialversicherung
10
Arbeitnehmersparzulage (Verträge)
6
Außendienstabrechnungen
10
 

Bankbelege

10
Belegzusammenstellungen
10
Bewirtungsbelege
10
   
Dauerauftragsunterlagen
6
   
Fahrtenbücher
10
Kontoauszüge
10
   
Pensionskassenunterlagen
10
Provisionsabrechnungen und Unterlagen
10
Prozessunterlagen
6
   
Quittungen
10
   
Rechnungen
10
Reisekostenabrechnungen 
10
   
Steuererklärungen
10
Steuerunterlagen inkl. Gehaltsabrechnungen
10
   
Telefonrechnungen
10
   
Vermögenswirksame Leistungen
 
10
Verträge
6
   

Quelle: Handelsgesetzbuch (Hgb § 238 und § 257) sowie Abgabenordnung (AO § 147)

Das sollten Sie bei der Aufbewahrungsfrist beachten

Die Aufbewahrungsfrist ist nicht immer ganz einfach zu errechnen. Sie beginnt nicht bereits mit dem Ablauf des genannten Jahres, sondern „stets mit Ablauf des Kalenderjahres, in dem die letzten Eintragungen, Änderungen oder Handlungen in den jeweiligen Unterlagen vorgenommen wurden bzw. Handelsbriefe empfangen oder abgesandt worden sind“. Und bei Vertragsunterlagen erst nach Ablauf des Vertrages.

Tipp: In der Regel reicht es, die Unterlagen ein oder zwei Jahre länger aufzubewahren als rein von der Jahreszahl her rechnerisch nötig. Schauen Sie im Zweifel aber nochmal genauer hin.
 
 
 
 
 
 

 

 

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